Der UHC Lokomotive Stäfa steigt in die 3. Liga auf
3. Liga wir kommen!
Das Herren Grossfeld Team der Loki hat sich am Wochenende den verdienten Lohn für eine über Jahre hinweg konstante Entwicklung abgeholt – den Aufstieg in die 3. Liga. Das Ganze ging aber nicht ohne viel Drama über die Bühne.
Der Start ins Aufstiegsturnier verlief denkbar schlecht. In einer umkämpften Partie gegen den UHC Laupen, den man am letztjährigen Aufstiegsturnier noch mit 6:0 abfertigte, musste sich die Loki trotz zweimaliger Führung knapp mit 3:4 geschlagen geben. Stäfa wirkte nach gutem Auftakt in die Partie gehemmt und zeigte ungewohnte Schwächen. Durch zahlreiche Fehlzuspiele und Stellungsfehler wurde der Gegner zum Tore schiessen eingeladen und der Sieg wurde leichtfertig aus der Hand gegeben. Der Reaktion zu Spielende kam zu spät und wurde durch ein aberkanntes Tor und eine umstrittene Strafe zusätzlich erschwert.
Doch wer jetzt geglaubt hatte, die Stäfner würden daran zerbrechen, kennt dieses Team schlecht. Die Devise für den Sonntag war: Den Kohlekessel bis ins Rote laden, die Weichen Richtung Aufstieg stellen und den Gashebel bis zum Anschlag auf Vollgas runterdrücken. Nach spätabendlichem Videostudium und Güxkur mit freundlicher Unterstützung von Loki-Legende Dr. Mathias Jost konnte Coach Franchini das Team am Folgetag neu sortieren und taktisch und mental optimal auf die nächsten beiden Gegner vorbereiten. Die Motivation und der Einsatzwille der Stäfner war bis unters Hallendach, welches mit zahlreichen lautstarken Loki-Anhänger inklusive Riesen-Zahnbürste besetzt war, spürbar. Die Marschroute war klar, heute müssen Zähne geputzt werden. Das Team wurde bereits die ganze Saison von der grossartigen Unterstützung auf den Rängen getragen. Die Loki dankte es und trat wie verwandelt auf. Plötzlich lief der Ball wieder flüssig in den eigenen Reihen, die Abschlüsse fanden den Weg ins Netz, und defensiv wurde mit letzter Konsequenz verteidigt, was die Gegner zunehmend zur Verzweiflung brachte.
Selbst die Verletzungen von Flügel-Altmeistern Fürst und Schumacher vermochten die Loki nicht aus der Spur bringen. Zuerst schockte man die Gastgeber aus Bremgarten mit einer von Beginn weg abgeklärten Leistung und schönen Toren, welche sich nach dem klaren Startsieg gegen die Calanda Flyers durchaus mehr erhofft hatten. Beim Sieg stachen vor allem Ben, Sven und Zweimal mit je 2 Punkten heraus. Aber auch Torhüter Fadri Largiadèr zeigte ein starke Leistung und war ein sicherer Rückhalt.
Nach einer längeren Mittagspause kam es zum Abschluss zum grossen Finale gegen Trimmis, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits keine Hoffnungen mehr auf die Relegation machen konnten. Nichtsdestotrotz warfen die Bündner nochmals alles in die Waagschale, um zumindest mit einem positiven Erlebnis abschliessen zu können. Die fliegenden Mannen in grün bereiteten der Loki lange Schwierigkeiten. Mit einem 0:0 ging es dann auch zum Pausentee. Nach dem Wiederanpfiff konnte Luca «Eimal» Franchini den Bann mit dem 1:0 endlich brechen. Jetzt war er draussen und spätestens nach dem abgebrühten Penalty von Spielerrat Sebi Eschenlohr, der es seinem Bruder Joni gleichtat, war allen klar, was es geschlagen hatte. Die Stäfner spielten den Vorsprung trotz zwischenzeitlichen Anschlusstreffer gekonnt runter und brachten die Betonhalle mit einer lautstarken Siegesfeier in der Kabine ins Wanken. Mit zwei klaren Siegen liess das Team keinen Zweifel mehr aufkommen, wohin die Reise gehen sollte. Trotzdem musste das Team um Capitano Florian Danninger lange zittern. Denn man war auf gnädige Schützenhilfe der anderen 3 Aufstiegsgruppen angewiesen. Gebannt verfolgte das Team nicht nur das Spiel vor Ort wo Bremgarten lautstark unterstützt wurde, sondern auch das Fernduell zwischen dem UHC Frenkendorf-Füllinsdorf und Züri Süd im Liveticker. Ein Sieg von Züri Süd wäre die Erlösung für die Loki gewesen. Und genau so kam es auch. Die Adliswiler sicherten den Stäfner mit einem heroischen Sieg das sechste und letzte Aufstiegsticket (am Folgetag stellte sich dann heraus, dass kurzfristig noch ein siebter freier Platz in der 3. Liga entstanden ist). Das hatte Nerven gekostet und die Loki-Jungs derart ins Schwitzen gebracht, dass sie sich gezwungen sahen eine Extrarunde in der Dusche einzulegen.
Dieser Erfolg ist kein Zufall. Er ist das Resultat einer Mannschaft, die sich über Jahre hinweg konstant entwickelt hat, die Rückschläge wegsteckte und immer wieder Antworten fand. Es wurden erfolgreich eigene Junioren ins Fanionteam eingebaut und mit S. Schneider und B. Bruderer konnte Sportchef Yannik «Zweimal» Franchini einen Coup landen und hat die fehlenden Puzzleteile für eine erfolgreiche Aufstiegsmission gefunden. Nach zwei gescheiterten Versuchen hat es im dritten Anlauf in Serie endlich geklappt – und zwar auf die vielleicht passendste Art: mit Charakter, Teamgeist und einer ordentlichen Portion Drama. Umso ausgelassener wurde der Erfolg zelebriert - mit einer spontanen Aufstiegsparty im heimischen Kehlhof, die seines gleichen sucht. Es wurde grilliert, gesungen, getanzt und vor allem geprostet. 3. Liga wir kommen, Let’s go Loki!